Sex oder Sieg
Ist Enthaltsamkeit leistungssteigernd? 

Sexverbot vor dem Wettkampf
Spitzensport heißt Höchstleistung und soll verbunden sein mit Askese und Enthaltsamkeit. Diese Meinung ist noch in den Köpfen vieler Trainer und Manager fest verankert. Der brasilianische Trainer Luiz Felipe Scolari verhängte bei der WM in Südkorea und Japan ein totales Sexverbot für seine Fußballmannschaft. Für die Fußballer, die damit nicht zurecht kamen, fand er deutliche Worte. Die Sportler vor dem Wettkampf kasernieren, das soll Erfolg bringen.

Theorie der griechischen Philosophen
Die Grundlage für dieses Denken lieferten die antiken Philosophen. Der Verlust von Körpersäften wurde als Schwächung angesehen und das Sperma als der "Schaum des besten Blutes" und ein Überschuss an Nahrung. Platon glaubte, Sperma sei ein Ausfluss aus dem Rückenmark. Man fürchtete sexuelle Aktivität könnte das zentrale Nervensystem verändern und das Gehirn austrocknen. Die alten Griechen waren überzeugt: Wer seinen Körper zu Höchstleistungen bringen will, muss auf Sex verzichten

Das Hormon Testosteron
Bei Ausdauersportarten ergab eine englische Untersuchung, dass Männer, die regelmäßig joggen, etwa 40 Kilometer pro Woche, mehr Testosteron bilden und einen höheren Wachstumshormonspiegel aufweisen als ihre unsportlichen Kollegen. Des weiteren gilt als erwiesen, dass bei Ausdauersportarten das körperliche Verlangen nach Sex ausgeprägter sein soll.

Sex vertreibt Depressionen
Heute gilt als unbestritten, dass Sportler und Sportlerinnen gegenüber Sportmuffeln ein erfüllteres Sexualleben genießen. So fanden Wissenschaftler heraus, dass Sex Depressionen vertreibt und das psychische und körperliche Wohlbefinden verbessert. US-Psychologen stellten fest, dass Sex den Immunhaushalt stabilisiert und vor Erkältungen schützt. Forscher von Men's Health schrieben: "Die lustvolle Zweisamkeit glättet Falten, heilt Wunden und kann sogar vor Herzinfarkten schützen."

Extremsportarten
Natürlich gibt es auch Sportarten, die man als sexverhindernd einstufen könnte. Bei auslaugendem Training von Extremsportarten wie Marathon oder Triathlon kann der Energieverlust höher sein als der Ausgleich durch Ernährung. Solche extremen Belastungen können tatsächlich hormonelle Störungen verursachen. Bisher konnte nicht schlüssig nachgewiesen werden, ob Sex die Leistungsfähigkeit vermindert. Die Mehrzahl der deutschen Sportler glaubt laut einer Umfrage nicht an einen Leistungsabfall durch Sex.

 

Gefunden bei: www.zdf.de

 

www.Runnersnews.de