Knackpunkt Knie

Das Kniegelenk ist das am meisten belastete Gelenk des Körpers. Beim Sport kann es mit bis zu 1,5 Tonnen belastet werden, ohne dass es zu Schädigungen kommt, vorausgesetzt, die Belastung trifft senkrecht auf das Gelenk.


Um Verletzungen beim Sport zu vermeiden, ist ein Aufwärmtraining sehr wichtig.
Damit die Last gleichmäßig verteilt wird, besitzt das Knie zwei kleine, elastische halbmondförmige Faserknorpelscheiben, den Innen- und den Außenmeniskus. Sie passen sich jeder Bewegung an und dienen als eine Art Stoßdämpfer. Das Kniegelenk muss, wie alle Gelenke, ausreichend bewegt werden, damit die Durchblutung und die Versorgung mit Nährstoffen gewährleistet ist. Nur dann kann das Knie die Belastungen, denen es täglich ausgesetzt ist, meistern. Wer also viel im Sitzen arbeitet, sollte zwischendurch aufstehen und sich bewegen. Um Verletzungen beim Sport zu vermeiden, ist ein Aufwärmtraining sehr wichtig. Dazu sollten erst die großen Muskelgruppen bewegt werden, wie Schultern, Rücken und Oberschenkel. Danach kommt das Dehnen. Jede Position dabei mindestens zehn Sekunden lang halten. Zwischen der Aufwärmphase und der eigentlichen sportlichen Betätigung sollten maximal 15 Minuten liegen.

Verletzungen
Jede Knieverletzung sollte zunächst von einem Orthopäden oder Sportmediziner abgetastet werden. Mit einer Kernspintomographie kann der Meniskus dreidimensional dargestellt werden. Risse und andere Verletzungen werden hier gut sichtbar. Bringt auch die Kernspintomographie kein sicheres Ergebnis, bleibt letztlich die Kniespiegelung, die Arthroskopie. Dies ist kein großer Eingriff: Zwei kleine Stiche reichen, um die Instrumente einzuführen.

Häufigste Sportverletzung: Meniskusschaden
Schon kleinere, schräg einwirkende Kräfte oder schnelle, überraschende Drehbewegungen können zu Verletzungen führen. Deshalb sind gerade Laufsportarten, Tennis und Fußball so gefährlich für das Kniegelenk. Bei Sportverletzungen werden häufig die Menisken geschädigt. Hinzu kommt der natürliche Verschleiß. Schon ab dem 25. Lebensjahr ist das Meniskusgewebe weniger elastisch und daher verletzungsanfälliger. Heute gibt es verschiedene Methoden, Meniskusrisse zu reparieren. Dies sollte frühzeitig geschehen. Bleibt ein geschädigter Meniskus unbehandelt, kann sich eine Arthrose entwickeln. Dann reiben die Knochen "ungepolstert" aneinander und sorgen für erhebliche Schmerzen.

Was ist Arthrose, wodurch wird sie hervorgerufen und was sind die Symptome?
Die Arthrose ist gekennzeichnet durch einen übermäßigen und vorzeitigen Abrieb des Gelenkknorpels, welcher die Knochenenden in einem Gelenk bedeckt. Die Arthrose kann durch eine Reihe von Dingen verursacht werden, z.B. ständige Überlastung (durch Joggen z.B.), Übergewicht oder auch hormonelle Störungen. Auch Erbfaktoren spielen eine gewisse Rolle. Daneben sind Menschen mit X-Beinen oder O-Beinen prädestiniert, eine Arthrose im Kniegelenk zu entwickeln.

Ist die Arthrose eine typische Alterserscheinung?
Arthrose tritt meist im höheren Lebensalter auf. Der natürliche Verschleiß der Gelenke und des Gewebes beginnt allerdings schon ab dem 20. Lebensjahr. Es kann daher auch im jüngeren Alter zu Arthrose kommen.

Was sind charakteristischen Symptome der Arthrose:
Deutliche Leistungsminderung des Gelenks, Schwierigkeiten in der Beugung oder Streckung sowie auch leichte Irritierbarkeit, Schmerzen und Überwärmung bei Belastung. Bekannt ist auch das Symptom, eine gewisse Steife bzw. ein Völlegefühl nach längerem Sitzen zu verspüren, ein Phänomen, was anfangs bereits nach wenigen Schritten wieder verschwindet. In fortgeschrittenen Stadien allerdings bestehen auch Beschwerden in Ruhe.

Wie kann man einen Verschleiß am Knie möglichst lange hinauszögern?
Man sollte sich ausgewogen ernähren. Dazu gehört auch, mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit - Wasser, Säfte u.ä. - am Tag zu trinken.
-Übergewicht gilt es zu vermeiden bzw. abzubauen, denn jedes Kilo zuviel drückt auch auf die Knie.
- Bewegung den Gelenken gut - das regt die Produktion von Gelenkschmiere an. Sie ernährt den Knorpel und hält ihn geschmeidig.
Allerdings: Einige Sportarten wie Tennis, Fußball oder Skifahren können die Knie überlasten. Geeigneter sind zum Beispiel Wandern, Schwimmen oder Radfahren. Dreimal pro Woche eine halbe Stunde Sport ist ideal. Vor dem Sport sollte man aber in jedem Fall Aufwärmübungen machen!
-Richtig hinsetzen und aufstehen. Beim Hochkommen aus tiefen Sitzgelegenheiten immer mit der Hand abstützen und vom vorderen Rand aus aufstehen.
- Knien möglichst vermeiden.
-Flache Schuhe sind kniefreundlicher, als hohe Absätze, denn diese erhöhen den Druck aufs Knie.
- Weniger joggen, mehr walken - jeder Laufsprung versetzt dem Kniegelenk einen Stoß.
Wichtig: Am besten auf weichem, federnden Boden Laufen (Wald, Wiese, Erd- oder Sandwege).
- Schlecht für die Knie: Bergabgehen - hier wirken Kräfte aufs Knie, die etwa sechsmal so hoch sind, wie beim Gehen in der Ebene. Beim Bergaufgehen ist die Belastung nur zwei- bis dreimal so groß.

Pflanzliche Hilfen aus der Apotheke:
Pflanzliche Entzündungshemmer enthalten Extrakte aus Teufelskrallenwurzel, Weidenrinde, Eschenrinde, Zitterpappelblättern, Brennnessel oder der tropischen Pflanze Heisteria pallida.

Wann eine Knieprothese?
Ist das gesamte Knie betroffen, so wird eine Total-Endoprothese, in der Mediziner-Sprache: TEP, eingebaut. Implantate können "zementiert", also mit einer Plastik-Masse verankert, oder mit direktem Knochenkontakt eingebaut werden, damit sie einwachsen. Bei gekoppelten Endoprothesen für das Knie werden Ober- und Unterschenkelknochen mechanisch verbunden, bei ungekoppelten Modellen wird das Gelenk weiterhin durch die Bänder gehalten.
Wenn der Knieverschleiß im Wesentlichen entweder die innere oder (seltener) die äußere Seite betrifft, ist es möglich, die Oberfläche nur an dieser Stelle zu ersetzen, also einen Gelenkflächenersatz zu implantieren. Durch ihn werden die zerstörten Gelenkflächen des Kniegelenkes ersetzt. Die alten Gelenkflächen werden abgetragen und mit den Implantaten überkront. Da der eigene Knochen weitestgehend erhalten bleibt, kann der Gelenkflächenersatz auch ohne Knochenzement fest werden.

Knorpelzellen-Transplantation mit körpereigenen Knorpelzellen:
Eine neue, vielversprechende Operationsmethode bei Gelenkknorpelschäden ist die 1994 von schwedischen Wissenschaftlern eingeführte Transplantation von körpereigenen Gelenkknorpelzellen.
Der Operateur entnimmt bei dieser Methode ein etwa reiskorngroßes Knorpelstück (ca. 200.000
Knorpelzellen) aus einem gesunden Gelenk-Knorpel-Bereich. Dieser Knorpel wird zusammen mit Patientenserum in ein Spezial-Labor geschickt. Dort werden die Zellen durch Züchtung im Reagenzglas vermehrt. Dies geschieht unter Reinraumbedingungen, so dass auf Zusätze wie Antibiotika oder Antipilzmittel verzichtet werden kann. Nach zwei bis drei Wochen haben sich die Zellen im körpereigenen Serum auf bis zu 20 Millionen vermehrt und die eigentliche Transplantation kann beginnen.

Für den zweiten Eingriff wird der Knorpeldefekt sauber vorbereitet.
Ein Hautläppchen aus der Innenseite des Unterschenkels (Periostlappen) soll die Schadensfläche wie eine Schutzfolie abdecken. Es wird an der Schadensfläche so dicht genäht, dass durch die Nähte später keine Flüssigkeit entweichen kann. In den Hohlraum zwischen Hautläppchen und der zu behandelnden Gelenkstelle wird die Flüssigkeit mit den gezüchteten Knorpelzellen hineingespritzt. Im gewohnten Klima wachsen die Knorpelzellen wieder an und bilden auf diese Weise neue Gelenkknorpel.
Nach dem Eingriff darf das Bein zwei Tage lang nicht bewegt werden. Danach kann die Krankengymnastik beginnen. Nach sechs bis acht Wochen kann das Bein schon teilweise wieder belastet werden. Mit diesem Verfahren wird eine Gelenkoberfläche hergestellt, die den mechanischen und biologischen Eigenschaften des ursprünglichen Knorpels entspricht.

 

Gefunden bei: www.mdr.de

www.Runnersnews.de