Wellness-Jogging

Frau Petra Regelin ist Diplom-Sportlehrerin und stellt Ihnen ein neuen Lauftrend vor, bei dem Sie sich ganz sicher wohl fühlen werden: "wellness-Jogging".

Wellness-Jogging ist eine Kombination aus langsamen Dauerlauf, Walking, Stretching und Atemübungen. Dabei steht, wie der Name schon sagt, das wohl fühlen im Mittelpunkt. Viele Jogging-Anfänger laufen viel zu schnell und geben deshalb oft nach kurzer Zeit wieder enttäuscht auf. Das kann beim Wellness-Jogging nicht passieren. Die Jogging-Phasen sind am Anfang nur ganz kurz, ca. 3 Minuten. Danach wird gewalkt. Und zwischendurch sorgen Atemübungen dafür, dass man ganz bestimmt nicht außer Puste kommt. Spezielle Stretching-Übungen verhindern, dass die Muskeln sich verspannen. Wellness-Jogging ist ein Wohlfühl-Programm für Körper und Seele. Denn langsames Laufen baut Stress ab und bringt neue Energie.

Wellness-Jogging ist ein moderates Ausdauertraining. Und das ist gut für Herz und Kreislauf. Das Herz-Kreislauf-System wird insgesamt gestärkt. Laufen wirkt vorbeugend gegen Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße und damit auch gegen Herzinfarkt.
Wellness-Jogging ist ein Kick fürs Immunsystem: Die Abwehrkraft des Körpers wird gestärkt, der Körper ist nicht mehr so anfällig für Infektionen.
Langfristig wird außerdem der Cholesterinspiegel positiv beeinflusst genauso wie der Blutzuckerspiegel.

Wellness-Jogging bringt power für die Seele. Wer sich regelmäßig moderat bewegt, ist auch seelisch besser drauf. Man fühlt sich insgesamt wohler, ist ausgeglichener und verliert auch in Stress-Situationen nicht die Ruhe. Das liegt daran, dass durch WJ Stresshormone abgebaut werden. Außerdem wird das Gehirn optimal mit Sauerstoff versorgt. Das führt dazu, dass Gedanken sich oft wie von selbst ordnen.

Wie oft sollte man trainieren?
Das Wellness-Jogging Programm für Anfänger dauert 30 Minuten. Es reicht, wenn Sie anfangs zweimal in der Woche trainieren. Wenn Sie Lust haben, öfter etwas zu tun, geht das natürlich auch. Aber zwei Trainingseinheiten pro Woche reichen schon aus, um etwas für die Gesundheit zu tun und auch um Fett zu verbrennen.

Warum sind die Pausen wichtig?
Beim Joggen steigt bei Anfängern der Puls oft sehr hoch an. Das ist nicht gut. Sie überfordern damit Ihren Kreislauf, verbrennen prozentual weniger Fett und fühlen sich nach dem Sport ausgelaugt und schlecht. Und das fördert natürlich auch nicht gerade die Motivation, sich am nächsten Tag wieder aufzuraffen.
Die aktiven Pausen, das heißt das Walking und die Stretching-Übungen, sind also wichtig, um den Puls nicht zu hoch schnellen zu lassen. Für Anfänger ist es am besten, mit einem Puls zwischen 100 und 130 zu trainieren.

Wie sieht die ideale wellness-Laufstrecke aus?
Die beste Laufstrecke für Anfänger ist natürlich gerade und eben. Super ist ein toller, weicher Waldboden. Aber dieser Luxus steht nicht jedem zur Verfügung. Es tun auch asphaltierte Feld- oder Parkwege.

Kann ich damit auch abnehmen?
WJ ist so konzipiert worden, dass der Puls beim Training immer genau in dem Bereich liegt, in dem der prozentuale Anteil der Fettverbrennung am höchsten ist. Der Puls liegt also zwischen 100 und 130. Deshalb ist WJ ein tolles Fatburning-Programm.
Beispiel: Beim Laufen mit Puls 120 werden 80% der Energie aus Fetten gewonnen. Bei einem Puls von 160 liegt der Fettverbrennungsanteil nur noch bei 50 Prozent.

Das 30-Minuten-Wellness-Jogging-Programm beinhaltet einen Wechsel aus Walking und Jogging, Stretching und Atemübungen.

1. Die richtige Walking-und Jogging-Technik
Beim Joggen ist es wichtig, dass Sie gut abrollen: von der Ferse zum Ballen. Dabei die Füße immer gerade auf dem Boden aufsetzen, parallel zur Laufrichtung. Ober- und Unterarm im rechten Winkel halten. Der Oberkörper bleibt aufrecht und ruhig. Die Schultern nicht hochziehen, sondern ganz bewusst locker lassen. Immer einige Meter nach vorn blicken, nicht direkt auf die Füße.
Beim Walken können Sie ganz normal gehen, nur etwas schneller und raumgreifender als sonst. Die Arme schwingen aktiv von der Hüfte bis hoch zu den Schultern mit, die Ellbogen sind leicht angewinkelt. Die Hände sind locker geschlossen oder sogar geöffnet. Keine Faust machen, sonst verkrampfen Sie sich automatisch. Der Oberkörper bleibt einfach nur schön aufrecht: Schultern zurück, das Brustbein bewusst nach vorn bringen. Und der Blick: Wieder einige Meter vor sich auf den Boden blicken.

2. Stretching - wie geht das? Und warum muss ich es machen ?
Stretching-Übungen verhindern, dass die Muskeln sich verspannen. Nach jeder Anspannung eines Muskels ist es wichtig, ihn wieder zu dehnen, damit keine Verspannungen zurückbleiben. Stretching macht den Muskel wieder schön elastisch und geschmeidig.
Die einzelnen Übungen werden 15 bis 20 Sekunden gehalten. Dabei fließend weiteratmen, nicht die Luft einatmen.

3. Was tun bei Seitenstichen?
Seitenstechen sind wahrscheinlich auf falsches Atmen zurückzuführen. Auch ein zu stark gefüllter Magen kann die Ursache sein. Wenn das mal passiert, nicht mehr reden und ganz bewusst und laut ausatmen:" Sch, sch, sch" wie eine Dampflok.

4. Was tun bei Muskelkater?
WJ ist so aufgebaut, dass das schmerzhafte Ziehen in den Muskeln möglichst verhindert wird. Trotzdem kann es sein, dass gerade Anfänger anfangs doch Muskelkater kriegen. Aber kein Problem: Muskelkater tritt immer dann auf, wenn Bewegungen ungewohnt sind und die Muskeln sich noch nicht optimal auf den neuen Bewegungsablauf eingestellt haben. Die Folgen: Mikroskopisch kleine Risse in den Muskeln. Dadurch bilden sich Ödeme, schmerzauslösende Substanzen treten in den Muskel ein und der Muskel verspannt sich. Aber spätestens nach zwei bis drei Tagen verschwindet der Muskelkater wieder ganz von selbst. Die kleinen Risse heilen vollständig ab. Wenn Sie nicht solange warten wollen, hilft alles, was die Durchblutung des Muskels fördert: Ein heißes Bad, Wechselduschen, eine sanfte Massage oder Sauna. Denn wenn die Blutgefäße sich weiten, können die angesammelten Abfallprodukte schneller abtransportiert werden und die Heilung kommt schneller in Gang.


5. Was ist die richtige Sportbekleidung?
Laufschuh: Kaufen Sie einen Schuh prinzipiell nur, wenn er auch richtig sitzt. Die Schuhbreite muss der Form Ihres Vorderfußes entsprechen und die Zehen brauchen vorne genug Platz. Welcher Schuh für Sie der richtige ist, hängt davon ab, wie Sie den Fuß beim Laufen aufsetzen und abrollen. Auf jeden Fall in einem guten Fachgeschäft beraten lassen. Wichtig ist eine gute Dämpfung des Schuhs, vor allem, wenn Sie auf Asphalt laufen müssen oder ein paar Pfund zuviel auf die Waage bringen. In allen guten Jogging-Schuhen sind Dämpfungselemente aus Schaum, Luft oder Gel in die Sohle integriert.
Kleidung: Spezielle funktionelle Sportkleidung und Unterwäsche leitet den Schweiß von der Haut direkt an die Oberfläche weiter und verhindert damit einen Hitzestau. Als Zwischenschicht eignet sich ein Hemd oder Jacke aus dünnem Fleecematerial. Das wärmt und ist gleichzeitig nässeabweisend. Wer mit Regenjacke läuft, sollte darauf achten, dass sie atmungsaktiv ist. Finger weg von gummierten Regenanzügen! Die lassen weder Schweiß noch Hitze nach außen entweichen.

Welche Vereine bieten Wellness-jogging an ?
Infos, welche Vereine "wellness-Jogging" anbieten unter: www.dlv-sport.de unter der Rubrik "Breitensport", Stichwort "Lauftreff" .
Ausführliche Informationen zu "walking" unter dem gleichen Begriff.
 

Gefunden bei: www.swr.de

www.Runnersnews.de