Vitamine

Vitamin A
Vitamin A (Retinol) gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und ist notwendig für das Sehen. Es hat aber auch Bedeutung für das
Immunsystem, die Hautbildung und wirkt als Wachstumsfaktor. Empfohlen werden 0,8 - 1,0 Retinol / Tag. Ein Mangel zeigt
sich zuerst durch das Auftreten von Nachtblindheit. Bei schweren Mangelzuständen die in Entwicklungsländern häufig
vorkommen, kann es zur irreversiblen Zerstörung des Auges und damit zur Blindheit kommen. Da der Körper fähig ist, aus
Carotin, einem gelben Farbstoff, Vitamin A zu bilden, können durch grüne und gelbe Gemüse (vor allem Karotten) und z.T.
Obst bis zu 2/3 des Vitamin-A-Bedarfs gedeckt werden. Sonst ist Vitamin A reichlich in Milchprodukten, Eigelb, Leber, Fisch
und Fettfischen enthalten. Carotin kann im Gegensatz zu Vitamin A zusätzlich noch reaktive Sauerstoffradikale abfangen und so
evtl. hemmend auf die Arteriosklerose und Krebsentstehung einwirken. Neueste Forschungsergebnisse zeigen allerdings, daß
durch Supplementation von Carotin kein positiver Effekt zu erwarten ist. Allerdings kann durch Carotin keine schädliche
Überversorgung eintreten, die bei Vitamin A schon beobachtet wurde (z.B. durch hohen Verzehr an Lebertran).
Berücksichtigen sollte man, daß Vitamin A empfindlich gegenüber Sauerstoff, Säure und Licht ist, während es gegen Hitze
relativ unempfindlich ist.


Vitamin E

Vitamin E (Tocopherol) hat vor allem eine Schutzfunktion auf Zellmembranen, indem es hochreaktive Sauerstoffverbindungen
abfängt. Da diese reaktiven Verbindungen bei der Entstehung der Arteriosklerose eine gewisse Rolle spielen, könnte Vitamin E
von präventiver Bedeutung sein. Da es keine besondere Toxizität in höheren Dosen aufweist wird es auch gerne supplementiert.
Normalerweise ist aber durch die weite Verbreitung des Vitamin E kein Mangel zu befürchten. Den höchsten Gehalt an Vitamin
E weisen Pflanzenöle auf. Allerdings wird der Gehalt durch den hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren etwas relativiert, da
auch der Bedarf an Vitamin E ansteigt. Manche Gemüsesorten wie Grünkohl, Schwarzwurzeln oder Paprika sind deshalb
sicher bessere Quellen für Vitamin E.


Vitamin B1

Vitamin B1 (Thiamin) hat vor allem wichtige Bedeutung im Kohlenhydratstoffwechsel. Die bekannteste Mangelerkrankung an
Vitamin B1 ist Beri Beri. Diese äußert sich in einer Störung der Nervenfunktion und vielen anderen Symptomen (z.B.
Herzschwäche). In Ostasien trat der Vitamin-B1-Mangel nach Einführung der Reisschälmaschinen häufig auf, da in der äußeren
Schale des Reises besonders viel Vitamin B1 enthalten ist. Bei einem sehr hohen Anteil der täglichen Kalorienzufuhr an Reis
führt deshalb die Entfernung der Schale zu einer drastischen Verminderung der Vitamin-B1-Aufnahme.
Heute ist ein Vitamin-B1-Mangel seltener, da die Vitaminverluste beim Schälen durch andere Lebensmittel, vor allem
Schweinefleisch, kompensiert werden.
Trotzdem ist es sinnvoll, Vollkornprodukte zu verwenden, um die Vitamin-B1-Versorgung zu optimieren, da verschiedene
Faktoren wie Alkohol, Gerbsäure in Schwarztee und Kaffee, Schwefel als Konservierungsmittel, Hitze und
Kochwasserverluste die Vitamin B1 Versorgung verschlechtern können.


Vitamin B2

Vitamin B2 (Riboflavin) ist ein wichtiger Stoffwechselfaktor. Daher kommt es bei einem Mangel, der in der Dritten Welt häufig
vorkommt, zu vielfältigen Störungen. Mangelzustände sind vor allem an den Schleimhäuten (Entzündungen) zu erkennen. Bei
uns kommen bei etwa 10-20 % der Jugendlichen noch leichte Mangelzustände vor. Vitamin B2 ist besonders in Milch,
Innereien und Fleisch enthalten. Der Tagesbedarf für Erwachsene liegt bei 1,5 - 1,8 mg.


Vitamin B6

Vitamin B6 (Pyridoxin) hat eine wesentliche Bedeutung im Eiweißstoffwechsel. Mit 1,6 - 2,1 mg kann der tägliche Bedarf
gedeckt werden. Bei Mangelerscheinungen kann es zu vielfachen Gesundheitsstörungen kommen. Diese zeigen sich vor allem in
Hautveränderungen und Störungen des Zentralnervensystems. Bei uns ist ein isolierter Mangel selten, allenfalls kann durch orale
Kontrazeptiva oder in der Schwangerschaft ein erhöhter Bedarf bestehen, der einen Mangel leichter entstehen läßt. Vitamin B6
ist besonders reichlich in Leber, Gemüse, Getreidevollkorn, Nüssen, Hefe und Bananen enthalten.


Vitamin C

Vitamin-C-(Ascorbinsäure)-Mangel verursacht Skorbut (starkes Zahnfleischbluten, Blutungen in der Muskulatur u.a.), der
früher bei langen Schiffsreisen durch den Mangel an frischem Gemüse und Obst besonders häufig auftrat. Ein
Vitamin-C-Mangel kommt heute, außer bei manchen alten Menschen, die wenig Obst und Gemüse essen, kaum noch vor.
Diskutiert wird, ob Vitamin C positive Wirkung auf die Anfälligkeit gegen Infektionskrankheiten hat oder durch das Abfangen
schädlicher Sauerstoffradikale die Tumorentstehung und die Entwicklung der Arteriosklerose zum Teil hemmen könnte.
Außerdem werden durch seine antioxidative Wirkung andere Körperbestandteile wie Glutathion vor Oxidation geschützt.
Normalerweise sind hohe Dosen an Vitamin C nicht schädlich und kosten auch nicht viel. Es kann aber zur Zerstörung von
Vitamin B12 in Lebensmitteln kommen, wenn es zusammen mit diesen aufgenommen wird und bei Veranlagung die
Nierensteinbildung fördern. Außerdem wirkt es in hohen Dosen abführend, was seine Beliebtheit vielleicht zum Teil erklärt.
Empfohlen werden 75 mg/Tag.
Vitamin C ist relativ empfindlich gegen Hitze und lange Lagerungszeiten und tritt außerdem leicht ins Kochwasser über.


Folsäure

Ein Mangel an Folsäure zeigt sich besonders dort, wo eine schnelle Regeneration nötig ist, wie an den Schleimhäuten oder bei
der Blutbildung. Dies ist auch die Ursache dafür, daß Folsäuremangel bei der Schwangeren zu Mißbildungen des Kindes führen
kann. Eine Supplementierung oder zumindest folsäurereiche Ernährung wird deshalb in der Schwangerschaft prinzipiell
empfohlen. Ein erhöhter Bedarf an Folsäure besteht außerdem nach Einnahme bestimmter Medikamente (Antikonvulsiva, orale
Kontrazeptiva,..).
Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, daß Folsäuremangel über die Erhöhung des Homocysteingehaltes im Blut die
Arteriosklerose fördern könnte und umgekehrt eine Supplementierung mit Folsäure den Homocysteinspiegel senken könnte.
Eine Supplementierung wird bisher nur deshalb nicht empfohlen, weil bestimmte Symptome des Vitamin B12 Mangels verdeckt
werden.
Künstlich erzeugt wird ein Folsäuremangel bei der Behandlung von Tumoren mit Cytostatika, da ein Folsäuremangel einen
schnellwachsenden Tumor stärker schädigt als normales Gewebe.
Folsäure ist empfindlich gegen Licht, Sauerstoff und Hitze und kann wegen ihrer guten Wasserlöslichkeit leicht ausgelaugt
werden. Leber, grüne Gemüse, Bohnen und Nüsse sind gute Folsäurequellen. Wahrscheinlich kann auch die Darmflora ein Teil
des Bedarfs decken.


Sonstige Vitamine

Man kann davon ausgehen, daß mittlerweile alle Vitamine bekannt sind. Möglich ist aber, daß es noch bestimmte Substanzen in
Lebensmitteln gibt, die ähnlich wie die Vitamine positive Wirkung zeigen. Normalerweise werden sie aber für die normalen
Stoffwechselabläufe nicht benötigt oder können im Körper in genügender Menge gebildet werden. Außer den 7 Vitaminen, die
in der Standardversion dieser Software bestimmt werden, gibt es noch folgende Vitamine:

-Vitamin D (Cholecalciferol): Ist für die Calcium-Aufnahme und Knochenbildung von wichtiger Bedeutung, wobei große
Mengen an Vitamin D nur in Fischleberölen enthalten sind. Allerdings ist der Mensch fähig, durch relativ kurzen Aufenthalt an
der Sonne genügend Vitamin D selbst zu synthetisieren, d.h. Vitamin D ist nur bedingt ein Vitamin. Ein Mangel zeigt sich vor
allem bei Säuglingen und Kindern in Form von Rachitis, da diese einen erhöhten Bedarf haben und häufig nur wenig ans
Sonnenlicht kommen. Deshalb gibt man Säuglingen normalerweise für ein Jahr Vitamin D, da die Zufuhr über die Muttermilch
und Kuhmilch relativ niedrig ist. Wichtig ist es, nicht zu viel Vitamin D zu geben, da es leicht zu Überversorgungen mit schweren
Schäden kommen kann (Ca-Ablagerungen in der Niere und den Gefäßen). Beim Erwachsenen führt Vitamin-D-Mangel zur
sogenannten Osteomalazie (Knochenerweichung), die besonders während einer Schwangerschaft auftreten kann.

-Vitamin K (Phyllochinon): Ist besonders für die Blutgerinnung notwendig, d.h. ein Mangel zeigt sich darin, daß verstärkt
Blutungen auftreten, die häufig nur schwer zu stillen sind. Besonders in Kohlarten (u.a. Sauerkraut, Rosenkohl, Blumenkohl)
aber auch in frischen grünen Blattgemüsen, Geflügel und Rindfleisch ist viel Vitamin K enthalten. Durch Medikamente
(Marcumar) wird in manchen Fällen künstlich ein Mangel an Vitamin K erzeugt, um die Gerinnungsfähigkeit des Blutes
herunterzusetzen. Dadurch ist es möglich, die Gefahr der Gerinnselbildung (Thrombosen) in den Blutbahnen zu verringern.
Wichtig ist bei einer solchen Therapie die Vit. K Zufuhr etwa gleich zu halten, da es ansonsten zu nicht erwünschten
Schwankungen in der Blutgerinnungsfähigkeit kommen kann. Auf die oben angeführten Lebensmittel muß deshalb nicht
verzichtet werden. Ein durch die Nahrung bedingter Vitamin-K-Mangel ist selten, da selbst bei mangelnder Zufuhr der
notwendige Grundbedarf durch die Darmflora gedeckt wird. Mangelzustände können allerdings bei verschiedenen
Resorptionsstörungen und nach längerer Antibiotikatherapie auftreten.

-Niacin: Hat vielfältige Funktionen im Körper und verursacht bei einem Mangel das Krankheitsbild der Pellagra. Diese äußert
sich vor allem in Hautveränderungen. Pellagra kommt meistens nur dann vor, wenn ein Großteil der Ernährung aus Mais
besteht, der wenig Niacin enthält und das vorhandene Niacin zudem noch schlecht verfügbar ist. Niacin kann zu einem gewissen
Teil auch aus Tryptophan gebildet werden, welches ein Bestandteil von Eiweiß ist. Bei unserer eiweißreichen Ernährung kommt
es deshalb normalerweise zu keinem Mangel.

-Pantothensäure: Ein Mangel an Pantothensäure, die an vielen enzymatischen Reaktionen beteiligt ist, wird kaum beobachtet,
da es weitverbreitet vorkommt.

-Vitamin B12: Hat vor allem wichtige Funktionen im Nervensystem, der Blutbildung und der Regeneration der Schleimhäute.
Deshalb werden hier die ersten Mangelerscheinungen beobachtet (Gefühlsstörungen, Anämie, empfindliche Zunge). Ein Mangel
kommt selten durch eine zu geringe Zufuhr zustande, sondern ist meistens durch Störungen bei der Resorption im Darm bedingt.
Vitamin B12 wird nur von Bakterien gebildet und reichert sich in tierischen Produkten an, weshalb Leber, Fleisch, Eier und
Milchprodukte, aber auch mikrobiell hergestellte Lebensmittel wie Sauerkraut, Vitamin B12 enthalten. Bei einer rein
pflanzlichen Ernährung ist die Aufnahme trotzdem sehr niedrig, auch wenn ein Teil des Bedarfs durch die Darmflora gedeckt
wird. Deshalb hat die englische Vegetarierorganisation empfohlen, bei einer solchen Ernährung, ein Vitamin-B12-Präparat zu
nehmen. Besonders wichtig ist dies bei Schwangeren, da es sonst leicht zu irreversiblen Störungen beim Kind kommen kann.

-Biotin: Es kann kaum zu einem Mangel an Biotin kommen, außer beim Verzehr von mehreren rohen Eier täglich, da im Eiklar
ein Stoff enthalten ist, der Biotin bindet, so daß es nicht mehr aufgenommen werden kann.

 

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