Sportgetränke:

Wer Sport treibt weiß, wie wichtig eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist. Um
topfit zu sein, werden Freizeitsportlern aller Leistungsstufen Sportgetränke mit
vielversprechenden Namen angeboten.
Es ist unbestritten, daß die durch Körperschweiß entstehenden Verluste vor
allem an Flüssigkeit und an Mineralstoffen im Körper ausgeglichen werden
müssen. Doch wie sollte nun das geeignete Sportgetränk aussehen?
Bislang gibt es keine Verordnung, die die Anforderungen an Sportgetränke
verbindlich regelt.
Sportmediziner empfehlen als Durstlöscher bei Sport hypotone Getränke. Das
sind Getränke, die weniger gelöste Teilchen enthalten, als die Flüssigkeiten
des menschlichen Körpers. Denn durch starkes Schwitzen bei sportlicher
Anstrengung verliert der Körper viel mehr Wasser als Mineralstoffe. Wichtig ist
es auch, bei sportlichen Tätigkeiten bereits vor dem Auftreten eines
Durstgefühles zu trinken. Denn Durst tritt erst dann auf, wenn bereits ein
Flüssigkeitsdefizit vorliegt. Die Anforderungen an geeignete Sportgetränke
variieren abhängig von der Belastungsintensität und -dauer der Sportler. Bei
intensiver körperlicher Belastung mit einer Dauer von bis zu 1 Stunde ist
lediglich eine Flüssigkeitszufuhr erforderlich. Einwandfreies Leitungswasser ist
hierfür ebenso geeignet wie Kräuter- und Früchtetees, kohlensäurearmes
Mineralwasser oder verdünnter Fruchtsaft.
Bei intensiver körperlicher Belastung mit einer Dauer länger als 1 Stunde sollten
zusätzlich neben dem Wasser auch Kohlenhydrate und Mineralstoffe zugefügt werden.
So enthält ein optimal zusammengesetztes Sportgetränk in 100 ml Flüssigkeit
12-22,5 mg Kalium, 40-110 mg Natrium, 1-10 mg Magnesium, 4,5 - 22,5 mg
Calcium, 50-150 mg Chlorid und 5-8 g Kohlenhydrate in Form von
Traubenzucker oder Haushaltszucker. Somit sind Getränke mit Süßstoffen für
Sportler ungeeignet. Die Zugabe von Vitamincocktails in diesen Getränken ist
nicht notwendig. Allenfalls macht der Zusatz der Vitamine B1 und B2 Sinn, da
diese besonders eng mit dem Energiestoffwechsel verknüpft sind.
Wie Kaffee und schwarzer Tee sind auch coffeinhaltige Energy-Drinks als
Sportgetränke gänzlich ungeeignet. Auch wenn mit Aussagen wie "speziell
entwickelt für die Zeiten erhöhter Anstrengungen" oder "bei erhöhtem
Leistungsbedarf" usw. geworben wird, die sportmedizinisch empfohlene
Zusammensetzung wird nicht erreicht.
Untersuchungen der Stiftung Warentest zeigten, daß die am Markt befindlichen
Sportgetränke sehr unterschiedlich zusammengesetzt sind. Nur 6 von 22
Produkten waren für intensive körperliche Belastung von mehr als 3 Stunden geeignet.
Die am häufigsten angebotenen Sportgetränke werden als "isotonisch"
beworben. Diese Bezeichnung sagt aber nichts über eine sinnvolle
Mineralstoff-Zusammensetzung aus.
Der Tip der Verbraucherzentrale: Es muß ohnehin nicht das Sportgetränk aus
Flasche oder Dose sein, denn geeignete Durstlöscher für den Sport kann man
einfach selber herstellen, zum Beispiel mit Mischungen aus Mineralwasser und
Fruchtsaft. Ein Teil Apfelsaft auf 3 Teile Mineralwasser enthalten alle wichtigen
Inhaltsstoffe. Das Mineralwasser sollte allerdings mindestens 200 mg Natrium
pro Liter enthalten.

www.Runnersnews.de