Läuferknie

Beim Läuferknie kommt es durch Fehl- und Überbelastung des Knies und einer Verkürzung des Tractus iliotibialis zu Schmerzen an der Außenseite des Knies. Vorbeugend helfen Stretching der Beinaußenseite, geeignete Laufschuhe sowie ein angepasstes Laufpensum. Im akuten Fall lindern Eisauflagen die Beschwerden, im chronischen Stadium wird meist Wärme als wohltuend empfunden.

Allgemeines
Das Kniegelenk ist eines der größten und vor allem komplizierteste Gelenk des menschlichen Körpers. Es bildet die bewegliche Verbindung zwischen dem Ober- und Unterschenkel. Aufgrund von Hebelwirkungen greifen an diesem Gelenk teilweise erhebliche Kräfte an. Das Kniegelenk kann den enormen Belastungen jedoch nur dann standhalten, wenn alle am Gelenk beteiligten Strukturen, wie Knochen, Knorpel, Bänder, Kapsel, Menisken und die Muskulatur reibungslos zusammenspielen.

Beim so genannten Läuferknie kommt es durch eine chronische Fehl- oder Überbelastung des Knies zu Beschwerden. Verursacher dieser Beschwerden ist der Tractus iliotibialis, eine Sehnenplatte, die vom Becken kommend an der Außenseite des Oberschenkel zum Schienbeinkopf verläuft.

Normalerweise gleitet der Tractus iliotibialis beim Beugen und Strecken des Beines am äußeren Kniegelenksspalt vorbei. Bei Patienten mit Läuferknie ist er jedoch meist verkürzt und scheuert deshalb über die kniegelenksbildenden Knochen, insbesondere des Oberschenkels. Dies führt zur Entzündung der so strapazierten Gewebe.

Langstreckenläufer und Radsportler sind davon besonders häufig betroffen. Das "Läuferknie" ist auch bei Menschen mit einer Fehlstellung der Beine - besonders bei X- Beinen - zu beobachten .

Symptome
Die Betroffenen klagen häufig über stechende Schmerzen an der Außenseite des Kniegelenks. Oft finden sich auch Zeichen einer Schleimbeutelentzündung (Bursitis) oder eines Gelenkergusses, möglicherweise mit einer Schwellung oder Überwärmung.

Sofortmaßnahmen und Diagnose
Die Diagnose eines Läuferknies kann vor allem aus dem klinischen Symptombild und der Anamnese, also der Befragung des Patienten, gestellt werden. Eine weiterführende Diagnostik mit einer konventionellen Röntgenaufnahme und gegebenenfalls einer Magnet- Resonanz-Tomografie (MRT) ist bei hartnäckigen Fällen zum Ausschluss anderer Kniegelenksschäden angezeigt. Von einer rein diagnostischen Arthroskopie ohne die Möglichkeit zur sofortigen arthroskopischen Therapieeinleitung ist abzuraten wegen der - wie bei allen operativen Eingriffen - immer bestehenden Gefahr von Infektionen, Wundheilungsstörungen und Thrombosen mit teilweise langwierigen Komplikationen und der alternativen Diagnosemöglichkeit mittels der nahezu risikolosen MRT. Bei akuten Beschwerden lindern Eisauflagen den Schmerz und wirken entzündungshemmend. Lokale Wärmeanwendungen werden dagegen bei chronisch-wiederkehrenden Schmerzen eher als wohltuend empfunden. In beiden Fällen sollte jedoch das Knie geschont werden.

Therapie
Neben der Möglichkeit von physikalischen Maßnahmen, wie z. B. zunächst Schonung und thermische Behandlung bis zum Abklingen der akuten Beschwerden, stabilisierende mechanische Hilfsmittel (z. B. Bandagen) vorsichtige krankengymnastische Übungsbehandlung, individuell angepasste Muskelaufbauprogramme mit allmählicher Belastungssteigerung und begleitende thermische und manuell-physikalische Maßnahmen (Massagen) kann auch die medikamentöse Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten (z.B. ASS, also Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac) zum Einsatz kommen. Linderung versprechen auch spezielle Massagetechniken, welche die schmerzbedingt verkürzte Muskulatur an der Außenseite des Beines lockern und dehnen sollen. Im Vordergrund der Behandlung steht jedoch immer die Vermeidung erneuter Beschwerden.

Rehabilitation
Nach Abklingen der Schmerzen kann ein leichtes Training wieder aufgenommen werden. Wichtig hierbei ist, dass Über- und Fehlbelastungen der Knie vermieden werden.

Prophylaxe
Eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen ist das Stretching vor der sportlichen Betätigung. Dabei sollte besonders die Außenseite des Beines beispielsweise durch Überkreuzen der Beine im Stehen gedehnt werden. Prinzipiell sollte der Sportler seinen Laufstil überprüfen, ferner müssen etwaige Fehlstellungen der Füße durch geeignete Laufschuhe und Einlagen ausgeglichen werden. Zudem sollte das Laufpensum an die individuelle Belastbarkeit des Läufers angepasst sein.

Prognose
Ein akutes Läuferknie bessert sich in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen, wenn eine konsequente Schonung eingehalten wird. Im chronischen Zustand ist die Therapie schwieriger, eine dauerhafte Beschwerdebesserung kann nur durch eine Anpassung des Trainings an die individuellen Möglichkeiten erfolgen.
 

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