Knochenhautreizung

Die Muskulatur des vorderen Kompartments (M. tibialis anterior, M. extensor hallicus longus und M. extensor digitorum longus) halten beim Aufsetzen des Fußes den Vorfuß nach oben und kontrahieren exzentrisch, sobald die Ferse den Boden berührt. Ihre Antagonisten sind die viel größeren Mm. gastrocnemius und soleus, die den Vorfuß nach unten ziehen. Die enorme Kraft der exzentrischen Kontraktionen kann die Muskeln des anterioren Kompartments schädigen.

Symptomatik
Der Schmerz in den Muskeln des anterioren Kompartments tritt zunächst lediglich dann auf, wenn die Ferse beim Laufen den Boden berührt. Wird das Laufen fortgesetzt, dann tritt der Schmerz bei jedem Schritt auf und kann unter Umständen konstant verspürt werden. Zu diesem Zeitpunkt wird der Arzt aufgesucht. Über den Muskeln des anterioren Kompartments findet sich meist eine ausgeprägte Druckschmerzhaftigkeit.

Behandlung
Zur Behandlung gehört die sofortige Beendigung des Laufens und die Ausübung alternativer Sportarten, Strecken der Wadenmuskulatur und Übungen zur Kräftigung der Muskulatur des anterioren Kompartments nach Einsetzen der Heilung; zum Beispiel die sog. Eimerhenkelübung in 3 Sitzungen von jeweils 10 Übungen alle 2 Tage.

Eimerhenkelübung
1. Handtuch um den Griff eines leeren Eimers schlingen
2. Auf einen Tisch setzen, der so hoch ist, daß die Füße den Boden nicht erreichen
3. Den Henkel des Eimers über den vorderen Teil des Schuhs stülpen
4. Langsam den Vorfuß durch Flexion im Sprunggelenk anheben, dann langsam wieder strecken;
dies sollte zehnmal durchgeführt werden; nach einer Pause von einigen Sekunden weitere
2 Zyklen von je 10 Übungen
5. Für die Erhöhung des Widerstandes den Eimer mit Wasser füllen, jedoch nur soviel, daß die
Übung schmerzfrei ausgeführt werden kann

Alternative Sportarten
Unterschenkel und Fuß: Fahrradfahren, Schwimmen, Rollschuhlaufen, Skifahren, Rudern
Oberschenkel: Laufen auf der Stelle, Laufen auf einem Trampolin, Schwimmen, Rudern (manchmal)
Rücken: Fahrradfahren, Schwimmen
Schultern und Arm: Laufen, Rollschuhlaufen, Skilaufen

Frage von H.v.L. aus Nürnberg:
Ich habe während bzw. nach dem Training Schmerzen im Schienbein. Was mache ich falsch? Was kann ich tun?

Antwort von Herbert Steffny:
Hierbei handelt es sich offenbar um eine Überlastung der Muskulatur eventuell auch ein Fehlstellung im Fußgelenk (Überpronation). Laufeinsteiger, auch Walker haben oft Probleme, da Sie die Fusshebermuskeln auf der Vorderseite des Unterschenkels überlasten. Den Fuß derart wieder zu "lupfen" ist vorerst noch ungewohnt. Folgende Maßnahmen sollten Sie ergreifen, wenn es akut ist:
- vorerst Training reduzieren, v.a. langsamer laufen. Trainieren sie nicht mit Gewalt weiter. Weniger ist in diesem Falle mehr! Ihre Beine werden sich anpassen, sie brauchen aber zur Regeneration ein bischen mehr Zeit.
- Legen Sie nach dem Training einen Eisbeutel (Eiswürfel mit Wasser) für 10 Minuten auf das schmerzende Schienbein.
- Dehnen sie die Vorderseiten, indem Sie barfuß im Stehen den Vorfuß und die Zehen nach hinten umgebeugt nach unten gegen den Boden drücken und für 15 Sekunden halten.
- Kräftigen Sie umgekehrt dieselbe (noch zu schwache) Muskulatur des Fußhebers, indem sie den Fuß unter einen Teppich schieben und diesen mit den Vorfuß anheben.
- Lassen Sie in einem Lauffachgeschäft ihre Schuhe überprüfen. Knicken Sie vielleicht mit den Füßen nach innen ein? Das kann zu einer Verdrehung des Fußgelenks und der Unterschenkelkochen gegeneinander und damit zu einer Überlastung und Knochenhautreizung am Schienbein führen.
Gute Besserung wünscht Herbert Steffny

 

Gefunden bei: Herbert Steffny

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