Die Achillessehne

 

Die Achillessehne

Die Achillessehne hat beim Laufen zwei Hauptfunktionen: 1. Die Wadenmuskeln senken nach Kontakt der Ferse mit dem Boden den Vorfuß und 2. heben sie die Ferse beim Abstoßen. Die Achillessehnentendinitis wird durch eine Krafteinwirkung auf die Sehne verursacht, die größer ist als ihre eigene Kraft.
Die meisten Rennläufer landen auf den Fersen, wenn der Vorfuß noch einige Zentimeter vom Boden entfernt ist. Durch schnelles Laufen und Bergauf- und Bergablaufen wird die Achillessehne zusätzlichen Belastungen ausgesetzt. Beim Bergablaufen kommt der Vorfuß mit größerer Kraft auf dem Boden an als auf ebenem Grund, da er weiter nach unten fällt und für die Beschleunigung eine größere Strecke zurücklegen muß. Beim Bergaufwärtslaufen liegt die Ferse viel weiter unten als der Vorfuß, so daß es für die Wadenmuskulatur eine größere Anstrengung bedeutet, die Ferse vor dem Aufsetzen zu erhöhen.
Ein weiches Fersenpolster ermöglicht größtmögliche Bewegungsfreiheit für die Ferse im Schuh. Der Rückfuß ist nicht so stabil und die Achillessehne zieht an einem instabilen Ansatzpunkt. Dadurch ist die Sehne ungleichen Kräften ausgesetzt, und es erhöht sich das Risiko, daß sie reißt. Durch zu hart besohlte Schuhe, die im Bereich des ersten Metatarsophalangealgelenks nicht flexibel sind, wird ein großer Streß auf die Achillessehne vor dem Abstoßen der Zehen ausgeübt. Zu den biomechanischen Faktoren gehören exzessive Pronation, Auftreten der Ferse zu weit hinten (Laufschuhe in Hinblick auf Abnutzungszonen untersuchen), Genu varum, straffe Kniesehnen und Wadenmuskeln, Hohlfuß, straffe Achillessehnen und Varusdeformation der Ferse.

Symptomatik
Die Achillessehne hat keine echte Sehnenscheide, aber ist umgeben von peritendinösem Gewebe (netzförmig angeordnetes Fettgewebe, das die Sehne von der Scheide trennt!). Der Frühschmerz der Achillestendinitis wird eher durch eine Verletzung des peritendinösen Gewebes als durch eine Verletzung der Sehne selbst verursacht. Der Schmerz ist größer, wenn der Patient am Morgen aufsteht, und läßt beim Laufen nach (sobald sich die Sehne frei im peritendinösen Gewebe bewegt). Der Schmerz beginnt, sobald die sportliche Übung begonnen wird, und läßt im Verlauf der Übung oft nach. Wird die Achillessehne mit den Fingern komprimiert, ist sie empfindlich. Oft wird der Schmerz ignoriert und der Lauf fortgesetzt. Greift die Entzündung auf die Sehne über, kommt es schließlich zur schleimigen Degeneration und Fibrosierung. Der Schmerz ist dann konstant, wird durch Bewegung ausgelöst und nimmt im Verlauf einer körperlichen Übung ab.

Behandlung
Der Sportler sollte das Laufen einstellen und alternative Sportarten versuchen. Der Zug auf die Sehne sollte durch Erhöhung der Ferse in den Schuhen, durch Streckung der Kniemuskulatur - sobald dies ohne Schmerzauslösung möglich ist - und durch Tragen von Schuhen, die im Bereich hinter dem ersten Metatarsophalangealgelenks leicht biegsam sind, vermindert werden. Verbesserung der Stabilität des Rückfußes durch Schuheinlagen mit festem, steifem Fersenpolster und durch Übungen, die die Achillessehne kräftigen, sobald dies schmerzfrei möglich ist. Fordern Sie den Patienten auf, Zehenstandübungen durchzuführen und schnelles Bergauf- oder Bergablaufen zu vermeiden, wenn er das Lauftraining weitermachen möchte. Training auf bergigem Gelände kann wieder aufgenommen werden, sobald die Sehne verheilt ist

Alternative Sportarten
Unterschenkel und Fuß: Fahrradfahren, Schwimmen, Rollschuhlaufen, Skifahren, Rudern
Oberschenkel: Laufen auf der Stelle, Laufen auf einem Trampolin, Schwimmen, Rudern (manchmal)
Rücken: Fahrradfahren, Schwimmen
Schultern und Arm: Laufen, Rollschuhlaufen, Skilaufen

 

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